X-ProTurb — Professional Turbulence Engine
X-ProTurb ist ein FlyWithLua-Skript, das das simple Turbulenzmodell von X-Plane 12 durch eine physikbasierte Engine ersetzt. Statt eines zufälligen „Wacklers" mit einem Intensitätsregler von 0–10 berechnet es Turbulenz nach denselben Zertifizierungsnormen, nach denen Full-Motion-Level-D-Airline-Simulatoren qualifiziert werden — und lässt jedes Flugzeug individuell darauf reagieren.
Hintergrund
- Entwickler: sfkcyl (Safak Cayli, Level-D-Simulator-Entwickler)
- Download: forums.x-plane.org
- Plattformen: Windows, macOS, Linux (über FlyWithLua)
- Kompatibilität: X-Plane 12
- Abhängigkeit: FlyWithLua NG+
- Lizenz: Kostenlos für den privaten Gebrauch
Die Grundidee — zwei getrennte Systeme
Die Engine trennt sauber „Was passiert in der Luft?" von „Wie reagiert mein Flugzeug darauf?":
- Die Atmosphäre trägt ihr eigenes, physikalisch modelliertes Turbulenzfeld.
- Das Flugzeug reagiert je nach Typ — Masse, Tragfläche, Geschwindigkeit und Struktur werden automatisch ausgelesen.
Eine leichte Cessna wird in derselben Böe durchgeschüttelt, die ein Großraumflugzeug kaum bemerkt — ohne Einrichtung pro Flugzeug und ohne willkürlichen Intensitätsfaktor.
Normen
Turbulenz wird aus anerkannten Luftfahrtnormen abgeleitet statt aus abgestimmten Kurven:
- MIL-F-8785C — US-Militärstandard für Flugeigenschaften; die Engine kalibriert die spürbare Reaktion jedes Flugzeugs auf dessen zertifiziertes Ziel
- FAR 25.341 (Pratt) — FAA-Böenlastvorschrift, nach der Verkehrsflugzeuge ausgelegt werden
- ICAO 9625 Level-D — die höchste Realismusstufe für Vollflugsimulatoren im Airline-Pilotentraining
Funktionsumfang
- 6-DOF-Reaktion: Das Flugzeug bewegt sich in allen sechs Freiheitsgraden — inklusive echtem vertikalem Heave (dem Absacken und Hochgedrückt-werden im Sitz) sowie Sway und Surge
- Lastvielfaches Δn: Typabhängige Schwankung der G-Kräfte über die FAR-25.341-Pratt-Formel, automatisch aus der Geometrie jedes Flugzeugs gelesen
- von-Kármán- / Dryden-Spektren: Zwei anerkannte Böenmodelle, die die Turbulenzenergie über realistische Wellenlängen verteilen statt über flaches Zufallsrauschen
- CAT: Clear Air Turbulence mit Richardson-Zahl-Modell, tropopausen-fixiertem CAT-Profil und Kelvin-Helmholtz-Billows — die heimtückische Turbulenz, die ohne sichtbare Vorwarnung auftritt
- Mountain-Wave-Suite: Queney-Leewellen, Rotorzonen, Wave-Breaking, hydraulischer Sprung (Boulder/Bora-Fallwinde) und der Scorer-Parameter für gefangene vs. propagierende Wellen
- CB-/Sturmmodellierung: Cumulonimbus-Kerne, Hagel- und Starkregen-Turbulenz nach den offiziellen FAA-Schweregraden (leicht → extrem)
- Fly-by-Wire-Erkennung: Bei Airbus-Maschinen erkennt die Engine das elektronische Steuerungssystem und lässt dessen Flight-Control-Laws die Charakteristik bestimmen, wie es das reale Flugzeug auch täte
Mehrwert in der Flugsimulation
Die Default-Turbulenz von X-Plane ist im Kern ein einzelnes Zufallsruckeln mit Intensitätsregler. X-ProTurb macht daraus eine echte Physik-Engine: Die Atmosphäre wird auf Basis zertifizierungsnaher Normen modelliert, und jedes Flugzeug der Flotte reagiert nach seinen eigenen Eigenschaften darauf — ohne Abstimmung pro Flugzeug. Eine professionelle UI mit fünf farbcodierten Tabs zeigt in Echtzeit, was die Engine gerade berechnet, inklusive eines Live-Aircraft-Recognition-Chips (Typ plus Fly-by-Wire oder konventionell) und ehrlicher Anzeigen aller Quellen, die die Charakteristik beeinflussen.
Installation
Download: forums.x-plane.org
Die Skriptdateien in Resources/plugins/FlyWithLua/Scripts/ ablegen. Die Engine läuft automatisch mit der gesamten Flotte — vom Segelflugzeug bis zum schweren Twin, Default, Freeware oder Study-Level — ohne Konfiguration pro Flugzeug.