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Offizieller Nvidia-Treiber

Debian stellt NVIDIA-Treiber über den Paketmanager bereit — die empfohlene Methode für die meisten Anwender. Wer die allerneueste Treiberversion benötigt, kann alternativ den manuellen Installer (.run-Datei) von NVIDIA verwenden.

Diese Seite behandelt beide Ansätze und enthält Hinweise für Liquorix-Kernel-Nutzer.

Voraussetzungen

  • Kompatible Nvidia-Grafikkarte
  • Debian installiert und aktualisiert
  • Root- oder Sudo-Rechte
  • Für die Paketmanager-Methode: non-free und non-free-firmware in /etc/apt/sources.list aktiviert
  • Optional: Liquorix-Kernel (falls genutzt)

Empfohlen: Paketmanager

Die einfachste und zuverlässigste Methode. Der Debian-Pakettreiber integriert sich automatisch mit DKMS, initramfs und Secure Boot.

sudo apt update && sudo apt upgrade -y
sudo apt install nvidia-driver

Nach der Installation das System neu starten. Verifikation mit:

nvidia-smi

Details und Fehlerbehebung im Debian Wiki: NvidiaGraphicsDrivers.

Alternative: Manuelle Installation (.run-Datei)

Diese Methode nur verwenden, wenn der Debian-Pakettreiber zu alt ist oder Probleme mit bestimmter Hardware verursacht.

System-Vorbereitung

Das System wird aktualisiert:

sudo apt update && sudo apt upgrade -y

Für den Standard-Debian-Kernel werden Kernel-Header und Build-Tools installiert:

sudo apt install linux-headers-$(uname -r) build-essential dkms

Hinweis zum Liquorix-Kernel: Die Liquorix-Kernel-Header sind ein separates Paket und müssen explizit installiert werden. DKMS wird empfohlen, damit das NVIDIA-Modul bei Kernel-Updates automatisch neu kompiliert wird:

sudo apt install linux-headers-liquorix-amd64 dkms

Mit uname -r lässt sich der aktive Kernel prüfen — die Ausgabe sollte liquorix enthalten.

Treiber-Installation

  1. Die Seite https://www.nvidia.com/Download/index.aspx aufrufen
  2. Grafikkarte, „Linux 64-bit" und Treiberversion auswählen
  3. Die .run-Datei (z.B. NVIDIA-Linux-x86_64-<VERSION>.run) ins Home-Verzeichnis herunterladen

Wechsel in den Nicht-Grafik-Modus mit systemctl:

  1. Standard-Boot-Target ändern:
sudo systemctl set-default multi-user.target
  1. System neu starten:
sudo reboot

Das System bootet in eine Textkonsole ohne Grafikoberfläche.

Zur .run-Datei navigieren und ausführbar machen:

chmod +x NVIDIA-Linux-x86_64-*.run

Installation starten:

sudo ./NVIDIA-Linux-x86_64-*.run

Dem Installationsassistenten folgen:

  • Lizenz akzeptieren
  • Bei Bedarf „Ja" für 32-Bit-Kompatibilitätsbibliotheken wählen
  • Deaktivierung des Nouveau-Treibers bestätigen
  • Bei der DKMS-Registrierung den Standard („Yes") akzeptieren

Installation prüfen

Treiber überprüfen:

nvidia-smi

Eine Ausgabe mit GPU-Details bestätigt die erfolgreiche Installation.

Zurück in den Grafik-Modus

Standard-Boot-Target zurücksetzen:

sudo systemctl set-default graphical.target

System erneut starten:

sudo reboot

Fehlerbehebung

  • Schwarzer Bildschirm: Der .run-Installer blacklistet den Nouveau-Treiber automatisch über /etc/modprobe.d/. Falls der Grafik-Modus dennoch nicht startet (z.B. weil Nouveau im initramfs eingebettet ist), nouveau.modeset=0 in /etc/default/grub unter GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT hinzufügen und sudo update-grub ausführen.
  • Fehlende Abhängigkeiten: Bei Standard-Kerneln linux-headers-$(uname -r) prüfen; beim Liquorix-Kernel sicherstellen, dass sowohl linux-headers-liquorix-amd64 als auch dkms installiert sind.

Performance-Optimierung

Treiber-Einstellungen (nur X11)

Unter X11 bietet nvidia-settings Kompositions-Optionen zur Reduzierung von Screen Tearing. Diese Einstellungen sind unter Wayland nicht verfügbar und nicht nötig, da der Compositor dies nativ handhabt.

nvidia-settings

Unter „X Server Display Configuration" → „Advanced":

  • Force Full Composition Pipeline: Verhindert Tearing, indem die gesamte Bildausgabe über die Kompositions-Engine der GPU geleitet wird. Kann die Eingabelatenz erhöhen — einzeln testen.
  • Force Composition Pipeline: Ähnlich, aber weniger aggressiv. Verhindert die meisten Tearing-Artefakte mit geringerem Latenz-Einfluss.

Diese Einstellungen sind optional. Nur aktivieren, wenn Tearing beim Spielen tatsächlich sichtbar ist. Bei Performance-Problemen jederzeit deaktivierbar.

Kernel-Parameter

Beim .run-Installer ist nvidia-drm.modeset=1 nicht standardmäßig aktiviert und muss manuell gesetzt werden. Dieser Parameter aktiviert Kernel Mode Setting (KMS) für NVIDIA, was für Wayland erforderlich ist und die Display-Handhabung verbessert.

In /etc/default/grub unter GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT hinzufügen:

nvidia-drm.modeset=1

Danach GRUB aktualisieren:

sudo update-grub

Aktuelle Einstellung prüfen:

cat /sys/module/nvidia_drm/parameters/modeset

Ein Wert von Y bestätigt, dass KMS aktiv ist.

Paketmanager-Installation

Bei Installation über apt install nvidia-driver konfiguriert Debian modeset möglicherweise automatisch über /etc/modprobe.d/. Den aktuellen Wert prüfen, bevor ein GRUB-Parameter hinzugefügt wird.

MangoHud (optional)

Für erweitertes Performance-Monitoring über die eingebaute FPS-Anzeige von X-Plane (Strg+Shift+F) hinaus:

sudo apt install mangohud

MangoHud liefert detaillierte GPU/CPU-Metriken, Frame-Time-Graphen und VRAM-Auslastung als In-Game-Overlay. Weitere Informationen zur Performance-Analyse unter Systemtuning und System-Monitoring.


Quellen